Wie?

Monika Wittmann

Freie Journalistin

Gesundheit - Leben - Kinder

 

 

 

 

 

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Wo?

 

 

Wie alles begann     Der Nabel der Erde     Die Welt der Mütter

"Anhand von Fundstücken aus der Steinzeit entwickelte die Archäologin Marija Gimbutas die Theorie, dass die Menschen im 'Alten Europa' in Matriarchaten zusammenlebten. Den Begriff Matriarchat übersetzt Heide Göttner-Abendroth mit den Worten 'Am Anfang die Mütter'.

In matriarchalen Gesellschaften genießen Frauen aufgrund ihrer Fähigkeit Leben zu schenken tiefe Verehrung. Der matriarchale Mensch verehrt die Erde als Göttin, als Große Mutter. Weltbild und Religion in matriarchalen Gesellschaften sind eng an Naturerfahrungen angelehnt. Von besonderer Bedeutung ist der stete Wechsel von Werden, Wachsen und Vergehen in den Jahreszeiten. Es vollzieht sich ein ewiger Kreislauf von Sterben (Winter), Neubeginn (Frühling), Entfaltung und Fruchtbarkeit (Frühsommer), Fülle und Reife (Spätsommer), Abschied (Herbst). Dieser Zyklus wird auf das menschliche Leben übertragen. Ein bedeutendes Fundstück aus der menschlichen Urgeschichte ist eine bei Willendorf entdeckte Tonfigur. Die 'Venus von Willendorf' gilt als Darstellung einer Fruchtbarkeitsgöttin. Ihr Alter wird auf ca. 25.000 Jahre geschätzt."

"Die „Venus von Willendorf“ ist typisch für zahlreiche Frauendarstellungen aus der Steinzeit. Im Gegensatz zum neuzeitlichen Schlankheitsideal wurden die Figuren mit ungeheuer üppigen, hängenden Brüsten, Gesäß, Bauch und Beinen dargestellt. Archäologen interpretierten diese Funde zuerst als Fruchtbarkeitssymbole oder erotische Objekte. Daher der Name „Venus“, den Matriarchatsforscherinnen jedoch ablehnen. Sie sind der Auffassung, dass die voluminösen Frauenleiber das gesamte Universum der Steinzeitmenschen symbolisieren. Der runde weibliche Körper schenkt Leben und Nahrung - ebenso wie der kugelförmige Kosmos. Grundsätzlich werden alle runden Formen wie Kreise oder Spiralen als Symbole des Weiblichen gedeutet. Dreiecke gelten als weiblicher Schoß oder als Vulva."

Auszug aus:
Monika Wittmann: "Der 1. Mai - Feiertag seit Urzeiten". © wissen.de, 2001