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Wie? |
Monika Wittmann Freie Journalistin Gesundheit - Leben - Kinder |
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Wie alles begann Der Nabel der Erde Die Welt der Mütter Vor rund zehn Jahren traf mich in einer kleinen Buchhandlung in Lissabon der Blitz der Erkenntnis. Ich war gerade Mutter geworden und las den "Roten Ritter" von Adolf Muschg. Die Geschichte des tumben Toren Parzival, der auf der Suche nach dem geheimnisvollen Gral oft einen Narren - und manchmal einen Weisen - aus sich machte, hatte mich schon als Kind fasziniert. Da erregte ein Buch meine Aufmerksamkeit. Die Autorin war eine US-amerikanische Psychologin in der Tradition C.G.Jungs. Sie beschäftigte sich mit den Archetypen, den Urbildern aus Mythen und Märchen, die jeder Mensch tief in seiner Seele trägt. In ihrem Buch "Auf der Suche nach Avalon" vertritt Jean Shinoda Bolen die Auffassung, der Gral sei ein Bild für den weiblichen Körper, der die Fähigkeit besitzt, neues Leben hervorzubringen, zu nähren und zu erhalten. Dieser Vergleich rührte mich zutiefst. Vor der Geburt meines Sohnes hatte ich Hannah Lothrops "Stillbuch" fast auswendig gelernt in der Angst, beim Stillen zu versagen so wie meine Mutter und nahezu die ganze Müttergeneration vor mir. Und nun wuchsen mein Stolz und mein Selbstbewusstsein zusammen mit dem Bäuchlein und den Beinchen meines Sohnes. Ich gab und mir wurde gegeben - eine wahrhaft göttliche Erfahrung. In den folgenden Jahren zog ich von Portugal zurück nach Deutschland, sammelte Literatur über die Matriarchatsforschung und brachte ein zweites Kind - eine Tochter - zur Welt. Nach langem, ausdauerndem Zweifel an meiner Berufsauswahl begann ich als Freiberuflerin für das Internetportal wissen.de zu arbeiten. Ich las Korrektur, während die Kinder schliefen, und klickte mich in langen, stillen Nächten von Link zu Link. Einige Monate später schlug ich mein erstes eigenes Thema vor - ein Artikel über die Wurzeln der Maifeiern. Und siehe da: die Zeit war reif für die Matriarchatsforschung. Nach und nach entstanden viele Kopf- und Bauchthemen über Feste und Feiern im Jahreskreis, Gefühle, Gesundheit usw.. Es waren die ersten Schritte auf einem Weg, der mich hoffentlich noch weiter führen wird. Anerkennende Stimmen aus der Redaktion, gelegentliche Treffen zu bereichernden Brainstormings sowie eine liebevolle Bildauswahl ließen mich zu Hause am Schreibtisch spüren, dass ich nicht einsam auf einer Insel schrieb. Mit Staunen und Freude verfolge ich seither, wie sich Frauenthemen vom Rande zum Mittelpunkt der Gesellschaft vorkämpfen. Frauen sind keine Minderheit, sondern der stärkste Teil der Bevölkerung. Eine Studie des Zukunftsinstitutes sagt voraus, dass "der Megatrend Frauen" in den nächsten Jahren zu einem tief greifenden Wandel sämtlicher Gesellschaftsstrukturen führen wird. Als Mutter einer Tochter und eines Sohnes habe ich zähneknirschend akzeptiert, was ich früher vehement bestritt: es gibt Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Ich weiß aber auch, dass das Weibliche und das Männliche archetypische Bilder sind und dass die meisten Menschen zwei Seelen in ihrer Brust tragen. Von einer neuen, femininen Welt erwarte ich mir mehr Luft zum Atmen für Menschen: · Für unbescheidene Frauen, die alles wollen: Kind, Karriere und das Recht, aktiv am öffentlichen Haus mitzubauen ... · Für Männer, die den Konferenztisch gegen den Wickeltisch eintauschen, weil sie die wunderbaren ersten Jahre im Leben ihrer Kinder nicht versäumen wollen ... |